Wer bezahlt das?
Psychotherapie wird von den Krankenkassen bezahlt – von den meisten privaten und von allen gesetzlichen. Du kannst dir einen Psychotherapeuten aussuchen, ohne vorher mit deinem Hausarzt darüber zu sprechen. Der Psychotherapeut stellt dann gemeisam mir Dir einen Antrag. Wenn du tatsächlich eine Psychotherapie bei der Krankenkasse beantragst, muss der auch der Hausarzt ein Formular ausfüllen, das dann zusammen mit deinem Antrag an die Kasse geht.
Müssen meine Eltern davon erfahren?
Wenn du 14 Jahre alt bist, darfst du in der Regel ohne ausdrückliche Einwilligung deiner Eltern selbständig einen Psychotherapeuten aufsuchen. Oft kann es aber sinnvoll sein, deine Eltern mindstens über deinen Schritt zu informieren. Manchmal ist es auch hilfreich, wenn dein Therapeut mal mit deinen Eltern spricht, um sich ein genaueres Bild von dir und deiner Entwicklung zu machen. Am besten, du sprichst darüber mit deinem Psychotherapeuten.
Wie ist das mit der Schweigepflicht?
Sind Psychotherapeuten Ärzte?
Brauche ich eine Überweisung vom Hausarzt?
Psychotherapeuten sind keine Ärzte. Sie dürfen auch keine Medikamente verschreiben. Dazu ist der Hausarzt oder ein Facharzt zuständig.
Wie läuft sowas ab?
Eine Psychotherapie dauert in der Regel mindestens ein halbes Jahr, manchmal sehr viel länger. Meistens findet sie in der Form von wöchentlichen Kontakten statt, die ungefähr 50 Minuten dauern. Manchmal sind das Gespräche, die du mit dem Therapeuten führst, manchmal gibt es Übungen. Wenn das Reden nicht so leicht ist, kommen kreative Methoden wie Malen oder Spielen zum Einsatz. Manche Therapeuten haben z.B. Sandkästen, in denen man Landschaften aufbauen kann, es wird mit Ton gearbeitet oder gebastelt. Alles was hilft, dich und deinen Stand in der Welt besser zu verstehen und voranzubringen, ist gut. – Es geht ja immerhin um dich!
Wie komme ich an Adressen?
Kann man einfach mal ausprobieren, ob’s hilft?
Ja. – Es gibt vor jeder Psychotherapie immer eine Probephase (meistens fünf Sitzungen), in der du den Therapeuten und er dich näher kennenlernt. Denn um sich jemandem anzuvertrauen, sollte man natürlich gut miteinander zurechtkommen. Psychotherapie hilft dann am besten, wenn die Chemie zwischen dir und dem Psychotherapeuten stimmt.
Wann kann Psychotherapie helfen?
Wenn du mit dir selbst oder anderen nicht gut klarkommst, können dir Psychotherapeuten helfen. Der Grund dafür können Gefühle oder Verhaltensweisen sein, die dir selber unerklärlich vorkommen oder gegen die du nicht ankommst, wie z.B. Stress, Ängste, Depressionen, Unruhe, Aggressionen, selbstverletzende Verhaltensweisen oder Essstörungen. Es können aber auch körperliche Symptome sein, wie z.B. Schmerzen die nicht weggehen und bei denen der Arzt keine Erkrankung feststellen kann. Außerdem gibt es Erlebnisse wie Gewalt, Mobbing und traumatische Erfahrungen aller Art, mit denen man nicht fertig wird. Hier kann die Psychotherapie hilfreich sein.
Genauso wie z.B. Anwälte und Ärzte unterliegen die Psychotherapeuten auch einer Schweigpflicht. Nur mit deinem Einverständnis dürfen sie Informationen an Dritte weitergeben. – Ansonsten bleibt alles unter Euch.
Nein. – Du kannst zu einem Psychotherapeuten gehen, ohne vorher mit deinem Hausarzt darüber zu sprechen. Wenn daraus eine längere Therapie wird, stellt der Psychotherapeut zusammen mit dir und dem Hausarzt einen Antrag für die Krankenkasse.
Adressen von Psychotherapeuten findest du über deinen Hausarzt, über Beratungsstellen, die Krankenkasse oder hier auf dieser Seite unter "Adressen".